Hinweise zu Probenahme
Die Probenentnahme ist von zentraler Bedeutung für ein belastbares Resultat. Bei der Probenentnahme muss sichergestellt werden, dass das verdächtige Material in ausreichender Menge entnommen wird. Die Entnahme muss repräsentativ für die fragliche Anwendung sein und die Probe darf nicht kontaminiert werden.
Vorsicht bei Beprobung von Bauschadstoffen!
Bei der Beprobung von Bauschadstoffen muss immer beachtet werden, dass kein Staub unkontrolliert freigesetzt wird. Die Entnahmestelle soll auch nach der Probenahme keine Gefahr für Personen darstellen. Im Zweifelsfall soll ein Spezialist mir der Probenentnahme beauftragt werden.
Hinweis zu Mischproben
Werden mehrere Stellen am Bauwerk beprobt und sollen diese Proben als Gemisch analysiert werden, so müssen diese Proben als «Mischprobe» gekennzeichnet sein.
Hinweis zu Proben aus dem Aussenbereich
Bei Aussenverputz, Fensterkitt und vergleichbaren Anwendungen empfehlen wir die exponierten Oberflächen vor der Probenahme trocken zu reinigen. Dadurch kann die Kontamination durch andere Anwendungen – beispielsweise verwitterter Asbestzement – kontrolliert werden.
Probemenge
Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Ideal ist eine Probemenge, welche ausreicht, um das verdächtige Material zweimal zu analysieren — so kann eine Rückstellprobe für den Zweifelsfall aufbewahrt werden.
Faserzement, Leichtbauplatten, Akustikplatten, Kunstharzplatten
Ca. 3 x 3 cm und die ganze Plattenstärke.
Kunststoffbeläge, Teppiche, Folien, Papier- oder Karton-ähnliche Materialien
Ca. 3 x 3 cm und so dick wie das Material. Achtung: bei lagig aufgebauten Materialien sollen alle Lagen repräsentativ in der Probe enthalten sein. Haftet Klebstoff oder anderes Material an solchen Materialen, so wird es ebenfalls analysiert.
Mörtelartige Baustoffe wie Fliesenkleber, Unterlagsboden, Verputze, Spachtelmassen, Kunstharzbeläge
Ein Kaffeelöffel oder ein Stück von ca. 3 x 3 cm. Bei lagigem Aufbau muss dafür gesorgt sein, dass alle relevanten Materialien in genügender Menge beprobt werden. Die Keramikfliesen bei Plattenbelägen benötigen wir nicht. Bei Wandfliesen findet sich hinter dem Fliesenkleber häufig Verputz. Wenn dieser gesondert analysiert werden soll, dann muss dafür eine separate Probe gezogen werden oder das Labor mit der Separierung beauftragt werden.
Holzzement, Asphalt
Ca. das Volumen einer Zündholzschachtel oder eine Bohrkernprobe Ø > 3 cm. Bei mehrschichtigem Aufbau empfehlen wir, je nach Bauvorhaben, die gesonderte Beprobung und Analyse der wesentlichen Schichten.
Kittmassen, Dichtungsmaterialien
Ein ca. 5 cm langes Stück vom ganzen Querschnitt. Bei Metall-Formprofil Verglasungen auch den Hohlraum im Profil unterhalb der Scheiben auf Kittmassen kontrollieren.
Isolationsmaterialien, Schaumstoffe
Ca. das Volumen einer Zündholzschachtel.
Verpackung
Jede Probe sollte einzeln in einem Minigrip Beutel passender Grösse verpackt werden. Jeden Beutel dicht verschliessen und zweckmässig beschriften (Probenummer).
Für den Versand ist es zweckmässig mehrere Einzelproben in ihren Säcklein zusammen in einen grösseren Minigrip Beutel zu verpacken.
Wir empfehlen eine einfache Nummerierung der Proben. Alle weiteren Angaben zu der Probenentnahme (Gebäude, Stockwerk, Raum, Anwendung, etc.) werden sinnvollerweise auf einer Liste festgehalten und zusammen mit den Proben ins Labor geschickt.
Versand
Verwenden Sie für den Versand von Proben am besten gepolsterte Kuverts oder Kartonschachteln.
Längliche Proben (z.B. Stücke von Fliesen) sollten mit Klebband fixiert werden auf einem Stück Karton.
Hinweis: Schachteln bis zum Format B5, bis zu 5 cm Dicke und bis zu 250 Gramm können als A-Post versendet werden (CHF 2.80).
Bei dringenden Aufträgen empfehlen wir den Versand per Express oder mit dem Kurierdienst von Swissconnect, welcher die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt.
Bilder zu Proben
Beispiele für mustergültige und weniger geeignete Proben.

Kunststoffbeläge - mustergültig
Stücke von der Grösse 3 x 3 cm sind optimal. Oft liegen mehrere Beläge übereinander vor und auch Klebstoffe oder Rückstände der Untergründe sind vorhanden. Idealerweise werden alle diese Schichten beprobt.

Fliesenkleber - mustergültig
Beim Fliesenkleber handelt es sich um das mörtelartige Material hinter respektive unter der Fliese oder Platte. Oft haften am Fliesenkleber noch weitere Materialien wie etwa alte Klebstoffrückstände, Wandputz/Anstrich, Grundputz, Unterlagsboden oder Bauplatten. Die gemeinsame Beprobung und Analyse ist zweckmässig. Je nach Resultat sind unter Umstände detaillierte Nachuntersuchungen der einzelnen Materialien erforderlich.

Fliesenkleber - zu viel Keramik
Bei Fliesen- oder Plattenanwendungen muss beachtet werden, dass nicht nur Bruchstücke der Fliese/Platte selber oder des Fugenmörtels sondern insbesondere der Fliesenkleber beprobt und ins Labor geschickt wird.

Proben Verpackung - mustergültig
Die Proben sollen einzel und sicher verpackt werden damit auf dem Weg bis ins Labor nichts verloren oder vermischt wird. Idealerweise werden stabile Minigrip Beutel verwendet. Zudem sollen mehrere Proben zusammen in einem etwas grösseren und ebenfalls stabilen Beutel verpackt werden.

Reissfestes Kuvert - mustergültig
Für den Versand per Post oder Kurier empfehlen wir die Verwendung stabiler oder gepolsterter Kuverts. Es muss sichergestellt werden, dass die Proben sich nicht im Kuvert verkanten oder verkeilen können und die Vorgaben an die Abmessungen der Sendungen eingehalten werden.