Andere Gebäudeschadstoffe
Neben Asbest können weitere Schadstoffe in der Bausubstanz vorliegen: PCB (Polychlorierte Biphenyle), PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Schwermetalle, Holzschutzmittel, etc.
Bei einigen Gebäudeschadstoffen steht weniger der Arbeitsschutz als vielmehr die Entsorgung im Vordergrund
Verschiedene Schadstoffe wurden im Zeitraum vor 1990 in Baustoffen eingesetzt. Je nach Gebäudeschadstoff sind kritische Zeiträume bekannt, in welchen der Einsatz von den entsprechenden Schadstoffen wahrscheinlich ist. Die Schweizer Abfallverordnung (kurz VVEA) definiert die einzuhaltenden Grenzwerte und Entsorgungswege mit dem Ziel, möglichst viele Bauabfälle der Wiederverwertung zuzuführen.
In Gebäuden aus der Zeit vor 1990 stehen die häufigsten Probleme mit anderen Gebäudeschadstoffen ausser Asbest im Zusammenhang mit Fugendichtungsmaterialien, Anstrichen, Teer- oder Bitumen-haltigen Materialien und Schlacken.
Beispiele von solchen Anwendungen

Alte Eisenbahnschwellen im Garten
Alte Eisenbahnschwellen wurden oft im Aussenbereich eingesetzt weil sie durch die Behandlung mit Holzschutzmitteln und anderen Stoffen gegen Verrottung geschützt wurden. Von Ihnen kann eine Gesundheitsgefährdung oder eine Gefährdung für die Umwelt ausgehen.

Dauerelastische Fugendichtungsmaterialien
Diese Anwendung kann auch nach Jahrzehnten PCB enthalten. Je nach Situation sind weitergehende Abklärungen zur Kontamination der angrenzenden Materialien notwendig um sicher zu stellen, dass PCB nicht in die Wiederverwertung gelangt und korrekt entsorgt werden kann.

Anstriche mit Weichmacher
Diese Art von Anstrichen wurde oft am Boden von Waschküchen, Kellerräumen oder Garagen eingesetzt. Bei einem Rückbau solcher Anwendungen sind je nach PCB Gehalt zusätzliche Massnahmen zu ergreifen für die günstige und fachgerechte Entsorgung aller Abfälle.

Schlacke als Schüttung im Zwischenboden (Holzboden)
Solche Schlacken wurden zur Schalldämmung und Isolation in sogenannten Zwischenböden eingebracht. Die Schlacken können PAK und Schwermetall enthalten. Je nach Schadstoffgehalt müssen die Schlacken auf speziellen Deponien entsorgt oder sogar vorgängig verbrannt werden.

Schwermetalle finden sich in verschiedenen Anwendungen
Oft handelt es sich um Blei in Form von Rohren, Dichtungen oder als Fassung für Glasscheiben. Schwermetalle können aber auch in anderen Anwendunge vorliegen, beispielsweise in Farbanstrichen und mit Holzschutzmittel behandeltem Konstruktionsholz.

Holzschutzmittel in Konstruktionsholz
Holzkonstruktionen wurden möglicherweise durch den Einsatz von Holzschutzmitteln vor biologischem Befall geschützt. Je nach Weiternutzung oder Entsorgungsweg müssen solche Anwendungen auf den Gehalt an Schadstoffen (z.B. Pentachlorphenol) untersucht werden.